Montag, 18. Februar 2019
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Die erste gemeinsame Präventionswoche der Berufsbildenden Schulen Cloppenburg

vom 22. bis 25.09.2008 war nicht nur für die Veranstalter eine gelungene Sache. An diesen vier Tagen haben über 5.500, zumeist junge Menschen, an den Veranstaltungen teilgenommen.

Unter dem Motto "Herr meiner Sinne ...was ist wirklich gut für mich" wurde die "Aktion junge Fahrer" der Verkehrswacht in Kooperation mit der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta und den Berufsbildenden Schulen in Cloppenburg u.a. mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung durchgeführt.

Vom 22. bis 24.09.2008 wurden ca. 2.500 Schüler der Berufsbildenden Schule am Museumsdorf und der Berufsbildenden Schule Technik, sowie zahlreichen Teilnehmern aus der Bevölkerung in 64 Vortrags-/Mitmachveranstaltungen zu den Themen Alkohol und Drogen, Sucht, Aids, Hepatitis, MPU, Tuning, Rennsport, Unfallverhütung und Schutzengelprojekt informiert.

Besondere Aufmerksamkeit fanden die Ausführungen des Leiters der DEKRA Cloppenburg/Vechta Dipl. Ing. Uwe Hildebrand und dem Rennfahrer Michael Seifert, Rennstall tolimmit in Lohn/OL, an seinem GT3 Cup-Porsche 997 im krassen Gegensatz zu einem ausgestellten Unfallwagen, in dem bei Regensburg zwei junge Männer ums Leben kamen. Im Dialog wurde deutlich, kein schnelles Auto, nicht der Glaube gut fahren zu können reicht aus, ein Rennen zu veranstalten. Vielmehr müssen alle Komponenten stimmen: die Rennstrecke (abgesperrte Strecke und auf keinen Fall der öffentliche Verkehrsraum), das Fahrzeug (mit Sicherheitskäfig), die Rettungskräfte und die Rennkleidung vom Helm bis zur feuerfesten Unterwäsche.

Im Überschlag-/Rettungssimulator konnten Besucher am eigenen Leibe erleben, wie es ist, wenn sich ein Auto überschlägt und wie man sich aus einem auf dem Kopf stehenden Fahrzeug befreit. Erfahrene Moderatoren der Verkehrswacht Vechta gaben wertvolle Tipps.

Mit viel Glück konnte der Schauspieler Alexej Boris aus Stuttgart verpflichtet werden, der für den BADS Baden-Württemberg das Präventionsstück "deutschland.ru" ( www.boris-konsorten.de ) in vier Vorstellungen präsentierte. In seiner Geschichte geht es nicht nur um Alkohol und Drogen, sondern vielmehr um verspätete Einsichten, nicht wahrgenommene Möglichkeiten und verpasste Chancen. Das alles wurde zweisprachig: in Deutsch und Russisch dargeboten.

An der Abschlussveranstaltung am 25.09.2008, auf dem Marktplatz, nahmen ca. 3.000 Besucher teil.

Gegen 10.00 Uhr begann die Veranstaltung mit den Crashtests der Verkehrswacht Minden-Lübbecke. Um zu demonstrieren, welchen Unterschied ein paar km/h beim Anhalteweg ausmachen, wurde eine Vollbremsung aus einer Geschwindigkeit von 30 km/h durchgeführt. An der Stelle wo der PKW zum Stehen kam, wurde eine Wand aus Schaumstoffwürfeln aufgebaut. Beim nächsten Versuch wurde die Vollbremsung aus einer Geschwindigkeit von 50 km/h durchgeführt. Nach einem lauten Knall flogen die Würfel über das Fahrzeug und der PKW kam erst weit hinter dem ehemaligen Standort der Wand zum Stehen (siehe Bilderfolge "Wand").

Der nächste Versuch demonstrierte das Anfahren eines Fußgängers (Dummy) mit 50 km/h mit darauffolgender Schlagbremsung, es wird also erst nach dem Aufprall eine Vollbremsung vollzogen. Bezug zur Realität: ein dunkel gekleideter Fußgänger geht auf der oder tritt unverhofft auf die Fahrbahn und gerät vor einen PKW. Erst mit dem Aufprall wird gebremst (siehe Bilderfolge "Fußgänger").

Noch viel imposanter verläuft der Crashtest mit dem Radfahrer. Wieder 50 km/h Ausgangsgeschwindigkeit und auch dieses Mal wird erst beim Zusammenstoß zwischen PKW und Radfahrer gebremst. Bezug zur Realität: immer wieder ist zu beobachten, dass auch bei Dunkelheit und/oder schlechter Sicht Räder benutzt werden, an denen jegliche Art von Beleuchtungseinrichtungen fehlt. Dem Autofahrer wird keine Chance gegeben, den Radfahrer rechtzeitig zu erkennen (siehe Bilderfolge "Radfahrer").

Im Anschluss wurden vom Fahrsicherheitstrainer der Verkehrswacht Cloppenburg (Walter Lohmann, Emstek) und seinem Team fahrdynamische Elemente aus dem Fahrsicherheitstraining vorgeführt und moderiert.

Den krönenden Abschluss bildete die Simulation eines Baumunfalls (seitlicher Anstoß mit 50 km/h). Nur so zur Information: ab 30 km/h kann ein seitlicher Anstoß tödlich wirken. Wie schnell sind wir normalerweise auf der Landstraße unterwegs? Mittels eines Kranes des Bundeswehrdepots Ocholt wurde ein PKW auf eine Höhe von 10 m über einen am Boden befindlichen Baumstamm gehoben. Nach dem Ausklinken erreicht der PKW bis zum Aufprall eine Geschwindigkeit von ca. 50 km/h (siehe Bilderfolge "Baumunfall"). Der Lärm beim Einschlag und die Deformationen am PKW waren beeindruckend. Relativ unbeschadet kam der Baum davon.

Die Rettungskette rundete das Programm ab. Die verunfallte Person (Dummy) wurde durch das DRK Cloppenburg mit der Notärztin Almut Opolka versorgt. Erst durch den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Cloppenburg mit schwerem Gerät, konnte der Verletzte aus dem Unfallwrack befreit und dem Krankenhaus zugeführt werden. Demonstriert wurde hier die Patientengerechte Rettung.

Bilderfolgen mit freundlicher Erlaubnis von Thomas Vorwerk

Dank an alle Mitwirkenden und Unterstützer

Berufsbildende Schule am Museumsdorf
Berufsbildende Schule Technik
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Landkreis Cloppenburg
Stadt Cloppenburg
Präventionsrat Cloppenburg
Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta
Deutsche Verkehrswacht
Landesverkehrswach Niedersachsen
Kreisverkehrswacht Vechta e.V.
Kreisverkehrswacht Minden - Lübbecke e.V.
DEKRA Cloppenburg/Vechta
tolimit, Rennstall Lohne
Fa. Alfers
Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS)
Selbsthilfegruppe Anonyme Alkoholiker Cloppenburg
Stiftung Edith Stein
Bundeswehrdepot Ocholt
DRK Cloppenburg
Freiwillige Feuerwehr Cloppenburg

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